Bloß nicht zwischen die Räder des “automatischen Subjekts” kommen…

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Bei der ZEIT gibt inzwischen ein breites Angebot an weblogs. Unter anderem tragen zwei Wirtschaftsredakteure das blog
“Herdenieb” unter dem Motto “Wie funktioniert Kapitalismus”? Dabei fällt zweierlei auf: Zum einen, dass der Begriff Kapitalismus verwendet wird und zudem die Frage nach dessen “Funktionieren” gestellt wird. Er hat, um mit Althusser zu sprechen, also durchaus eine eigene Materialität, die nicht in den Handlungen der Akteure aufgeht. Damit wäre bereits der zweite Punkt angesprochen. Das Blog ist mit einem Zahnradgefüge bebildert, das Bände spricht. Während ein Zahnradsystem dem Kapitalismus recht nahe kommt, in seinem vom Selbstzweck der Verwertung durchzogenen Charakter, so wundert doch die bildliche Anordnung der Menschen. Sie kommen nämlich in diesem Bild nicht unter die Räder der Verwertung, sondern benutzen es als Sprungbrett von einem Zahnrad zum nächsten oder können bequem unter zwei nicht ganz ineinander greifenden hindurchgehen. Man könnte auf jeden Fall darauf gespannt sein, was mit denjenigen Menschen passiert, kurz davor sind, unter die Räder kommen. Aber hier herrscht wohl eine Art Bilderverbot.

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Ingo Stützle

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Von Ingo Stützle

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