Das ist die website von Ingo Stützle. Neben »regelmäßigen« kurzen Beiträgen (blogs) finden sich hier auch meine Artikel, Buchbeiträge sowie einen Überblick über Interviews die ich geführt und Bücher, die ich herausgegeben habe. Ab und an schreibe ich auch mal eine Buchbesprechung. Meine Themenschwerpunkte erkennt ihr unten in der Sidebar als Schlagwörter aufgeführt. Ach ja: Bei twitter findet ihr mich auch.

Neuste Beiträge

Forschungsnotiz: Eigentumsprämie, Urwert und Geld bei Gunnar Heinsohn und Otto Steiger

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Für die neue PROKLA habe ich einen Beitrag zu Eigentum und Geld beigesteuert. Wie es so ist, war nicht für alles Platz – nicht nur weil der Beitrag keine 20 Druckseiten umfassen sollte, sondern auch weil die konzeptionelle Anlage des Beitrags es nicht zuließ. Wenn eine Zwischenüberschrift »Exkurs« im Namen trägt, sollte man sich immer zwei Mal überlegen, ob das meist durchaus interessante Material wirklich für die Fragestellung relevant ist. Weil ich aber darum gebeten wurde, meine Auseinandersetzung mit Gunnar Heinsohn und Otto Steiger zugänglich zu machen, stelle ich meine skizzenhaften Überlegungen hier ein. Skizzenhafte Überlegungen deshalb, weil ich den Exkurs nicht ausgearbeitet habe.

Mein Buch »Austerität als politisches Projekt« frei zugänglich

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Seit 2013 (2. Auflage 2014) liegt meine Promotion »Austerität als politisches Projekt« zwischen zwei Buchdeckeln vor. Nachdem inzwischen eine zweite Eurokrise droht, der Verlag das Buch nicht nochmals auflegen will, nachdem es seit Jahren vergriffen ist, habe ich beschlossen, es als PDF-Datei ins Netz zu stellen und frei zugänglich zu machen.

Mehr zum Buch findet ihr hier.

Die Grenze der Werttheorie. Politische Ökonomie der Grundrente und Marx’ Kritik

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PROKLA 191 Karl Marx habe Friedrich Engels einmal vorgeworfen, so eine von Marx’ Schwiegersohn Paul Lafargue (1905: 438) überlieferte Anekdote, dass dieser sich „so zersplittere, auf so vielerlei Gegenstände, nur zum Vergnügen, ‘ohne daran zu denken, für die Welt zu arbeiten’“ . Engels reagierte darauf nicht weniger tadelnd: „Ich würde mit Vergnügen die russischen Veröffentlichungen über die Lage der Landwirtschaft verbrennen, die dich seit Jahren hindern; das ‘Kapital’ zu voll-enden!“ (Ebd .) Marx hatte sich an das Studium der russischen Sprache gemacht und einer seiner Brieffreunde, der Übersetzer des Kapital ins Russische, Nikolai Danielson, ihm die zahlreichen und dicken Berichte einer landwirtschaftlichen Enquetekommission geschickt hatte, deren Veröffentlichung von der russischen...

Neuerscheinung: Mythen über Marx. Die populärsten Kritiken, Fehlurteile und Missverständnisse

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200 Jahre Karl Marx, 150 Jahre Das Kapital, 100 Jahre russische Revolution – anlässlich der Jubiläen erscheinen fast täglich Einschätzungen und Kommentare zum Werk des großen Denkers. In der Regel wird Marx kritisiert und verworfen. Und wenn er gewürdigt wird, dann nur mit einer gewissen gönnerhaften Nachsicht. Schließlich sind sich fast alle einig: Marx hat zumeist falsch gelegen. Er hat den Untergang des Kapitalismus prophezeit, heißt es. Sein Werk beschreibe nur eine bestimmte historische Phase und beruhe auf einer überholten Arbeitswertlehre. Marx wollte alles verstaatlichen, er habe die Unterdrückung und Ausbeutung von Frauen ebenso ignoriert wie die ökologische Frage und stattdessen den industriellen Fortschritt verherrlicht. Einige dieser Urteile sind zumindest fragwürdig, manche...

Marx’ Achtzehnte Brumaire, seine Aktualität und die neuen Bonapartisten

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Nach dem Brexit, dem Sieg Donald Trumps in den USA und den Wahlerfolgen rechtspopulistischer und rechtsextremer Parteien in Deutschland, Frankreich, Österreich und den Niederlanden hat eine hektische Suche nach Erklärungen für diese Entwicklung eingesetzt. Dabei wurde und wird auch immer wieder auf den 18. Brumaire von Karl Marx rekurriert. Wie weit das Bonapartismus-Konzept trägt, um die Wiederkehr von Autoritarismus und Nationalismus zu verstehen, wird im gerade erschienenen Band Die neuen Bonapartisten in historischer Rückschau und aktuellen Länderuntersuchungen etwa zu Großbritannien, Polen, den USA, Russland oder der Türkei diskutiert, in Beiträgen von Hauke Brunkhorst, Frank Deppe, Axel Gehring, Felix Jaitner, Bob Jessop, Horst Kahrs, Michele Nobile, Sebastian Reinfeldt, Dorothea...

Ein nagelneuer blauer Band, die MEW Nummer 44, ist aus dem Druck

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Nach fast 30 Jahren ist es jetzt wieder soweit: Ein nagelneuer blauer Band, die MEW Nummer 44, ist aus dem Druck und glänzt, nicht nur mit den goldenen Lettern auf dem Titel, sondern auch mit Vorwort, Register, etc.pp., ediert und kommentiert von Rolf Hecker und mir – mit einem interessanten Entstehungskontext. Rechtzeitig zum 200. Geburtstag von Karl Marx erscheint damit erstmals ein weiterer Band der Marx-Engels-Werke. Mit dem neuen Band MEW 44 liegt das 23 Hefte umfassende Manuskript »Zur Kritik der politischen Ökonomie« in den Marx-Engels-Werken nun fast vollständig vor. Teile davon sind bereits in den Bänden MEW 26.1-3 und 43 erschienen. Marx schrieb dieses Manuskript in den Jahren 1861 bis 1863. Es ist die größte zusammenhängende Ausarbeitung, die Marx zwischen den...

Nie wieder!

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26. Januar. Wir lagen in einer Welt der Toten und der Larven. Um uns und in uns war die letzte Spur von Zivilisation geschwunden. Das Werk der Vertierung, von den triumphierenden Deutschen begonnen, war von den geschlagenen Deutschen vollbracht worden. Mensch ist, wer tötet, Mensch ist, wer Unrecht zufügt oder erleidet; kein Mensch ist, wer jede Zurückhaltung verloren hat und sein Bett mit einem Leichnam teilt. Und wer darauf gewartet hat, bis sein Nachbar mit dem Sterben zu Ende ist, damit er ihm ein Viertel Brot abnehmen kann, der ist, wenngleich ohne Schuld, vom Vorbild des denkenden Menschen weiter entfernt als der roheste Pygmäe und der grausamste Sadist. (…) 27. Januar. Morgengrauen. Auf dem Fußboden das schandbare Durcheinander verdorrter Glieder, das Ding Sómogyi. Es gibt...

Soft Shell, Hard Core: On the 150th Anniversary of the Publication of Karl Marx’s Capital, Vol. 1

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Isaac Deutscher once told the following story about reading Capital: I was relieved to hear that Ignacy Daszynski,1 our famous member of parliament, a pioneer of socialism, … admitted that he too found hard a nut. “I have not read it,” he almost boasted, “but Karl Kautsky has read it. I have not read Kautsky either, but Kelles-Krauz, our party theorist, has read him, and he summarized Kautsky’s book. I have not read Kelles-Krauz, either, but … Herman Diamond, our financial expert, has read Kelles-Krauz, and he has told me all about it.”2 Deutscher’s anecdote illustrates the fate of Karl Marx’s most important work, Das Kapital. Since then, the summaries and their contexts of origin have changed, as well as why and who wrote them and what they focus on—but the original still often sits...

Weiche Schale, harter Kern. Vor 150 Jahren erschien der erste Band des »Kapitals« von Karl Marx

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Von Ingo Stützle
»Das Kapital« sei eine zu harte Nuss, meinte Ignacy Daszynski (1), er habe es deshalb nicht gelesen. Aber Karl Kautsky habe es gelesen und vom ersten Band eine populäre Zusammenfassung geschrieben. Diese habe er zwar ebenfalls nicht rezipiert, aber Kazimierz Kelles-Krauz, der Parteitheoretiker, habe Kautskys Buch gelesen und es zusammengefasst. Kelles-Krausz Abriss habe er zwar auch nicht gelesen, aber der Finanzexperte der Partei, Hermann Diamand, habe sie gelesen und ihm, Daszynski, alles darüber erzählt.

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