Des Teufels großer Haufen. Der französische Ökonom Thomas Piketty plädiert für mehr Leistungsgerechtigkeit

Piketty-KapitalDer Volksmund weiß: Der Teufel scheißt immer auf den größten Haufen. Was man wahlweise als Verdacht oder als Erfahrungswissen deuten kann, das hat der französische Ökonom Thomas Piketty nachgewiesen. Zumindest wollte er das. In einem dicken Buch (1) mit viel statistischem Material legt er dar, wie, wann und warum die Vermögensverteilung immer ungleicher wurde und wird. Piketty zeigt, dass die Ungleichheit immer dann zunimmt, wenn die Kapitalrendite (r) das Wirtschaftswachstum (g) übersteigen. Auf eine Formel gebracht: r > g. Die Ungleichheit habe in den letzten Jahrzehnten zugenommen, und zwar derart, dass sie die kapitalistische Wirtschaftsweise selbst untergrabe: Nicht mehr Arbeitsleistung, sondern vor allem Erbschaften würden sich lohnen, d.h. dazu beitragen, Vermögen aufzubauen.

Damit bewegten sich die westlichen Industriegesellschaften wieder hin zu Verhältnissen, wie sie im 19. Jahrhundert herrschten. So hätte Piketty den mittellosen Karl Marx zitieren können, der 1852 an seinen Freund Friedrich Engels uber seinen Onkel schrieb: »Stirbt der Hund jetzt, so bin ich aus der Patsche heraus. « Marx erhoffte sich eine Erbschaft, nachdem er beim Tod seines Vaters »leer« ausgegangen war. Engels antwortet Marx: »Zu der Nachricht von der Krankheit des alten Braunschweiger Erbschaftsverhinderers gratuliere ich und hoffe, dass die Katastrophe endlich eintreten wird.«

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