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Wir sind alle Konterrevolutionäre. Zum Tod von Milton Friedman

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Kein anderer Ökonom steht für die Idee und die Politik der Neoliberalismus wie Milton Friedman, und niemand prägte die zweite Hälfte des letzten Jahrhunderts so wie er. Friedman gehörte zu den vielen neoklassischen Nobelpreisträgern für Wirtschaftswissenschaften in den 1970er Jahren. Seine bekanntesten Schüler sind sicherlich die “Chicago Boys”, eine Gruppe neoliberaler Ökonomen, die als Berater oder Minister unter der Pinochet-Diktatur in Chile ein neoliberales Wirtschaftsprogramm durchsetzten und Chile so zum Testballon für die tief greifenden Umwälzungen in allen westeuropäischen Industriestaaten machten. Am 16. November diesen Jahres ist Milton Friedman im Alter von 94 Jahren gestorben.

Ideal und Wirklichkeit. Freihandelstheoretiker und ihre Kritiker haben einiges gemeinsam

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Nicht nur die Praxis, auch die Theorie des weltweiten Freihandels ist Jahrhunderte alt. Doch was sind ihre Grundannahmen, und wie schließen die heutigen Neoliberalen und WTO-Befürworter daran an? Auch die Kritik am Freihandel entstand nicht erst mit der globalisierungskritischen Bewegung. Trifft sie ihren Gegenstand, oder unterminieren bestimmte Formen von Kritik ihren antikapitalistischen Anspruch? Mit der neoliberalen Wende seit den 1970er Jahren ist ein alter Schlachtruf wieder in aller Munde: »Laissez faire et laissez passer«. Diese Parole ist wohl auf Jacques Vincent de Gournay zurückzuführen, der in der zweiten Hälfte des 18.Jahrhundert wie viele französische Kaufleute für die Befreiung vom Merkantilismus plädierte. Für den Merkantilismus als wirtschaftspolitisches Theorem des...

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