ArchiveNovember 2013

»Copyright & Copyriot« von Sabine Nuss befreit

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»Die Frei­heit ist immer die Frei­heit der Eigen­tums­ord­nung« – so überschrieb ich meine Buchbesprechung von Sabine Nuss’ Studie »Copyright & Copyriot«. Das war 2007. Angesichts der Entwicklung im Bereich der digitalen Welt liegt es nahe, dass ein Buch über die »Aneignungskonflikte um geistiges Eigentum im informationellen Kapitalismus« ebenso schnell veraltet wie die Prozessorleistung in einem Computer (Tablets waren 2007 noch Zukunftsmusik) oder die Speicherkapazitäten von Festplatten – dem ist aber ganz und gar nicht. Im Gegenteil. Nuss geht nicht dem Gerede vom »ganz Neuen« und »Revo­lu­tio­nä­ren« auf den Leim, son­dern zeigt auf, dass der Kapi­ta­lis­mus trotz aller Ände­run­gen bestän­dig geblie­ben ist. (ak 516) Weil Sabine Nuss das Thema geistiges Eigentum...

Linke Literatur mit politischem Rahmenprogramm: Der Verleger Jörg Sundermeier im Interview

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Jedes Jahr im Oktober findet in Frankfurt die Buchmesse statt. Der Büchermarkt ist in einem Umbruch begriffen – nicht nur, weil sich mit Internet und E-Books das Leseverhalten verändert hat. Auch weil es Zentralisierungsprozesse gibt, was kleineren Verlagen mehr Spielraum gibt und sie zugleich unter Druck setzt. Über den Büchermarkt, kritisches Potenzial von Literatur, dicke Bücher und E-Books sprach ich für ak – analyse & kritik mit Jörg Sundermeier vom Berliner Verbrecher Verlag. Wenige Wochen vor der Buchmesse in Frankfurt am Main, im Biergarten des Clash im Berliner Mehringhof, ergab sich bei ein paar Bieren folgendes Gespräch.

Die Deutschen werden unerträglich sein – 20 Jahre Verträge von Maastricht

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»Wenn wir die eine gemeinsame Währung haben und die Deutschen vereint sind, wird es unerträglich sein« – so die frühere britische Premierministerin Margaret Thatcher 1989. Aber der Euro war nicht ein Resultat der Umbrüche von 1989/1990. Das Ende der DDR und des Realsozialismus wirkten nur beschleunigend. Schon vor dem Fall der Mauer drängte Frankreich auf eine Vergemeinschaftung der Währung und eine europäische Geldpolitik. Bereits 1985 erörterten François Mitterrand und Helmut Kohl wieder die Idee einer gemeinsamen Währung. Bereits 1969 wurde eine europäische Währung beschlossen, aber nie umgesetzt. Warum wurde in den 1980ern der monetäre Ball wieder aufgenommen? Ein Grund lag darin, dass Frankreich im Zuge der neoliberalen Integration den Kürzeren zog und geldpolitisch nach der Pfeife...

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