Neue DIW-Studie zu Einkommensentwicklung

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Wäre hätte es gedacht!? Arm und Reich driften in Deutschland immer weiter auseinander. Das ist das zentrale Ergebnis einer neuen Studie des DIW. Aber nicht allein das Schrumpfen der Mittelschichtt wird beklagt. Zudem steigt die Zahl der Niedriglöhner, die gleichzeitig immer weniger verdienen.

Politisch von Interesse ist die Aussgae zu den Mittelschichten. Martin Gornig,  ein Autor der Studie:

»Eine Entwicklung wie die hier beobachtete kann unter Umständen Verunsicherungen in diesen Schichten auslösen.«

Problematisch sei die Verunsicherung vor allem dann, wenn andere Bevölkerungsgruppen für den drohenden Statusverlust verantwortlich gemacht würden. Leider spart die DIW-Studie diesen Aspekt nahezu aus. Es wird nur auf die neue Heitmeyer-Studie verwiesen und Ausländerfeindlichkeit und Fremdenhass als Erklärung in Klammer gesetzt. Klar scheint also, dass nicht die Vermögenden als Grund erhalten müssen, dass viele Menschen zunehmend verarmen. Eine ähnliche Leerstelle hat das eigentlich gute Buch »Hurra, wir dürfen zahlen: Der Selbstbetrug der Mittelschicht« von Ulrike Herrmann (dazu hier mehr).

Für die KritikerInnen der Gentrifizierung könnte zudem interessant sein, dass der Bericht unterstreicht, dass mit der Verarmung zunehemnd die Gefahr wächst, dass Armenviertel entstehen. Dass dieser Aspekt in der Studie hervorgehoben wird liegt sicher auch daran, dass Hartmut Häußermann mit von der Partie war.

Auch interessant ist, dass der Server des DIW aufgrund der vielen Zugriffe heute Vormittag in die Knie ging. Wir dürfen gespannt sein, ob ebenso viel Energie darauf verwendet wird, die zunehmend unerträglicheren Zustände zu beseitigen.

Foto: CC-Lizenz, redhope

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Ingo Stützle

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