Geschichten und die Geschichte der Spekulation

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Warum nicht mal wieder eine kurze Geschichte der Spekulation lesen, dachte ich mir. Schließlich ist John K. Galbraiths Buch zum Crash von 1929 durchaus erhellend (erstmals 1954 erschienen). Als das Buch »Eine kurze Geschichte der Spekulation« 1990 auf Englisch erschien, war Galbraith bereits 82 Jahre alt. Er starb 2006. Die gegenwärtige Krise erlebte er  somit nicht mehr. Dennoch hat er sie in seiner kurzen Geschichte bereits vorausgesagt. Zumindest wenn man gelten lässt, dass Galbraith das Buch mit mit Hinweis abschließt,  dass die nächste Spekulationsblase kommen wird – er wisse nur nicht wie, wann und wo.

Galbraith beschreibt die wiederkehrenden Muster bei Spekulationsblasen und die aufgeschreckte Verwunderung danach anschaulich und mit bissigem Humor. Es ist trollig zu lesen, wie sich die Diskussionen über Re-Regulierung nach dem bösen erwachen ähneln.

Leider fehlt jegliche Erklärung dessen, was sich da abspielt – nicht einmal ein Minsky wird bemüht (hierzu lesenswert Riccardo Bellofiore). Galbraith verweist nur auf die Dummheit und die Vergesslichkeit der Menschen. Sehr tiefgründig ist das nicht. Auch wäre schön gewesen, bei all der Ähnlichkeiten, die Unterschiede beleuchtet zu sehen. Okay, es ist ja »Eine kurze Geschichte der Spekulation«. Und: Zumindest entreist Galbraith die eine oder andere Blase der Vergessenheit . Aber vielleicht lese ich doch lieber mal wieder ein Roman zum Thema. Ein anderes Buch liefert hierzu viele nützliche Hinweise.

Foto: CC-Lizenz, ecstaticist

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Ingo Stützle

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