»Where is my vote, Landeswahlleiter?«

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Wahlbetrug an der Waterkant? Das ist zumindest nicht ausgeschlossen. Bei den Schleswig Holsteiner Landtagswahlen 2009 wurden im Stimmbezirk „Husum 3“ neun Zweitstimmen für die Linkspartei gezählt. Erstaunlich, gaben doch 42 WählerInnen bei ebenjener Wahl ihre Erststimme an die LINKE; bei der zeitgleich abgehaltenen Bundestagswahl machten 52 (Erststimme) und 47 (Zweitstimme) ihr Kreuzchen ganz links. Eine beachtliche Diskrepanz also. Nun muss nachgezählt werden.

Was wie ein Wahlbetrug im Miniaturformat aussieht, könnte ungeahnte Folgen haben. Denn tauchen bei der Nachzählung nur vier zusätzliche Stimmen für die Linkspartei auf, dann ändern sich die Machtverhältnisse im nördlichsten deutschen Landtag. Ein Sitz der FDP fiele an die LINKE, die Mehrheit der schwarzgelben Landesregierung schrumpfte auf nur eine Stimme Vorsprung.

Wenn Freitag nächster Woche die neue ak-Ausgabe ins Haus flattert, dann ist das eine gute Gelegenheit, sich an dieses Ereignis erinnern. Denn an ebenjenem Tag sollen die Stimmen aus „Husum 3“ im Kieler Landtag neu gezählt werden – öffentlich. Sollte sich nun ein Fehler bei der Neusichtung der bereits mehrfach gezählten Stimmen ergeben, rechnen wir mit spontanen Protesten gegen diese offensichtliche Manipulation auf den Straßen Kiels und Husums, der sich von dort übers ganze Land ausbreitet. Mit blau-weiß-roten Armbändern könnten die Schleswig-HolsteinerInnen lautstark Neuwahlen fordern, Teile der Kirche könnten sich auf die Seite der Protestbewegung schlagen, und die gefürchtete Eutiner Bereitschaftspolizei wüsste gar nicht mehr, wohin sie zuerst ausrücken soll. Ein realistisches Szenario für das Öl-Bundesland Schleswig Holstein? Die letzte Januar-Woche wird es zeigen.

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Ingo Stützle

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Von Ingo Stützle

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