Partei der LangschläferInnen

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Die FAZ scheint inzwischen gezwungen zu sein, die Linkspartei irgendwie ernst nehmen zu müssen. Wohl auch deshalb rechnet sie heute (16.9.09) im Wirtschaftsteil auf fast einer halben Seite vor, dass das, was DIE LINKE so vor hat alles, nur nicht bezahlbar ist. Eine andere Position hätte man auch nicht erwartet. Besonders lustig wird es gegen Schluss des Beitrags: Neben der Tatsache, dass alles nicht zu finanzieren sei, würde es zu einer »Deformation der Anreizstrukturen« kommen. Und weiter: »Wenn die Positionen der Partei DIE LINKE Politik würden, ließe dies erhebliche Ausweichreaktionen erwarten.« Auch das sind bekannte Argumente. Was aber sind nun die »deformierten Anreizstrukturen«? »Wenn große Gruppen der Beschäftigten weniger in der Woche und im Leben arbeiten oder aufgrund höherer Regelsätze ganz auf das tägliche frühe Aufstehen verzichten, wird insgesamt weniger produziert.« Ach so, das Aufstehen ist das Problem! DIE LINKE, Partei der Langschläfer.

Nachtrag: Die FAZ hat da wohl bei der Bild abgeschrieben: Dort äußerte sich letztes Jahr Berlins FDP-Fraktionsvorsitzender Martin Lindner zu Hartz IV zu Wort:

»Ich kann verstehen, dass sich Krankenschwestern, Erzieher oder neu eingestellte Busfahrer fragen, warum sie jeden Morgen aufstehen sollen, wenn ein Hartz-IV-Empfänger für gerade mal 50 Euro weniger den ganzen Tag im Bett liegen bleiben kann«.

CC-Lizenz, Foto: emzee

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Ingo Stützle

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Von Ingo Stützle

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