Erinnerung an die Zukunft: Organizing the Unemployed

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Bei Ernst Bloch gibt es die Formulierung der “Erinnerung an die Zukunft”. Ihm geht es dabei um eine Form von Geschichtsschreibung, die die Vergangenheit für die Zukunft und die Kämpfe in Erinnerung ruft. Nicht, um die Vergangenheit zu musealisieren, sondern um sie für die Emanzipation fruchtbar zu machen. Dies ist vor allem deshalb wichtig, weil die herrschende Historik nur selten die Erfahrungen der Kämpfe und die Niederlagen beachtet oder gar erwähnt.
Gegenwärtig wird zwar viel auf die Great Depression verwiesen, aber die (Überlebens)Kämpfe und die Formen des Widerstands werden oft vergessen bzw. vergessen gemacht. An anderer Stelle habe ich bereits auf die großartigen Interviews von Studs Terkle verwiesen. Dank eines Berichts aus Kalifornien bei wildcat bin ich auf einen Aufsatz aus der Radical America gestoßen. In einer Ausgabe kurz nach der großen Krise von 1974 erschien ein Aufsatz von Roy Rosenzweig, der an die Kämpfe und Organisierungen vor und während der Great Depression erinnert: “Organizing the Unemployed: The Early Years of the Great Depression, 1929-1933”. Diese Ausgabe ist wie viele andere Nummern komplett als pdf-Datei zu haben [9,7 mb] und lohnt sich angesichts der gegenwärtigen Weltwirtschaftskrise zu lesen und zu diskutieren – um sich an die Zukunft zu erinnern.

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Ingo Stützle

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Von Ingo Stützle

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