ArchiveMai 2014

FAQ. Noch Fragen? Geld- und Zinskritik gegen Fiatgeld?

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Seit einiger Zeit wird wieder der Autobauer und Antisemit Henry Ford zitiert: »Würden die Menschen das Geldsystem verstehen, hätten wir eine Revolution noch vor morgen früh.« Die Geldkritik – wie sie momentan in den Montagsdemos fröhliche Urstände feiert – speist sich aus dem Bedürfnis nach einem krisenfreien Geldsystem und aus dem allerorten anzutreffenden Wunsch nach »Souveränität« – hier nicht gegenüber »Brüssel«, sondern über das Geld. Ihre Kritik richtet sich nicht gegen das Geld an sich, sondern gegen ein Geldsystem, das scheinbar unter der Kontrolle wahlweise falscher PolitikerInnen bzw. dunkler Mächte steht und zudem auf dem sogenannten Fiatgeld basiert – Geld, das keinen Gegenwert habe. Die Lösung: ein neutrales Geldsystem.

Aufgeblättert: Tödliche Austerität

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Es geht um Leben und Tod in der groß angelegten Studie der beiden Autoren, die Gesundheit als genuin politisches Thema verstehen. David Stuckler und Sanjay Basu analysieren nicht nur die Entwicklungen in Island und Griechenland nach Ausbruch der jüngsten Krise, sondern nehmen sich auch älteres Material vor. Nach 1929 weigerten sich in den USA einige Bundesstaaten, den New Deal umzusetzen. Was zeigt: »Die eigentliche Gefahr für die Gesundheit der Allgemeinheit lauert nicht in Rezessionen an sich, sondern in den Sparprogrammen, mit denen diese häufig bekämpft werden.« Wie für angelsächsische Sachbücher mit wissenschaftlichem Anspruch üblich, handelt die gut geschriebene Studie von Selbstmordraten, Lebenserwartungen, Krankheiten, aber auch Stress und Krankheit infolge von drohenden...

Der Krisenstab: Die Krise in Zeiten von Piketty

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In der neuen Krisenstab-Kolumne bei neues deutschland schreibe ich über den neuen Star am Ökonomenhimmel,  Thomas Piketty, und die Frage, warum Argumente allein nichts bewegen: Im Mittelalter legitimierte der liebe Gott die Herrschaft von Menschen über Menschen. Seit 1789 herrscht, so die bürgerliche Erzählung, die Vernunft. Die Wissenschaften stellt die Politik auf ein rationales Fundament. Auch viele Linke hoffen für die Durchsetzung der »richtigen Politik« auf den »zwanglosen Zwang des besseren Arguments« (Habermas). Deshalb kommt das neue, über 600 Seiten starke Buch des französischen Ökonomen Thomas Piketty gerade richtig. Das mit Grafiken gespickte Buch »Capital in the Twenty-First Century« erschien vor ein paar Tagen in englischer Übersetzung (das französische Original erschien...

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