Neue Besprechung von »Austerität als politisches Projekt«

Sebastian Klauke hat in der Politische Vierteljahresschrift (4/2013, 770ff.) eine Besprechung zu »Austerität als politisches Projekt« geschrieben:

»Mit seiner auf eine Dissertation zurückgehenden Veröffentlichung zur Frage, wie es gelingen konnte, die Europäisierung des ›finanzpolitische[n] Grundsatzes ausgeglichener Staatshaushalte als Leitbild‹ (14) durchzusetzen, bewegt sich Ingo Stützle auf einem brandaktuellen Terrain, dessen Geschichte angesichts aktueller Krisenereignisse wohl noch länger nicht beendet sein wird. Er legt eine Art Ruhepunkt in der wissenschaftlichen Auseinandersetzung vor und bietet einen Überblick, von dem aus man weiter operieren kann. Austerität wird in einer historisch-politischen Perspektive betrachtet, die sich, wie bereits der Untertitel deutlich macht, nicht auf die Jahre der aktuellen Krisenkonstellation beschränkt. Insgesamt zeichnet sich das Buch durch einen gut zugänglichen Sprachduktus aus, stellt aber für LeserInnen, die bisher kaum oder auch keinen Kontakt zu wirtschaftstheoretischen Theorien und Begriffen haben, auf Grund seiner inneren Thematik und Begriffsarbeit durchaus eine Herausforderung dar. Die oberflächlich banal erscheinende, aber dennoch zentrale ›Botschaft‹ lautet, dass politikwissenschaftliche Analysen ohne ökonomische Grundlagen und entsprechend breites Wissen nicht dazu befähigt seien, politische Prozesse auf der europäischen Ebene in ihrer Komplexität zu verstehen und plausibel darzustellen. […]pwBmMPAlles in allem bietet der Band eine plausible, sehr systematische Rekonstruktion der europäischen Integration im Bezug auf die Frage der Staatshaushalte an, die auf Grund ihres marxistischen Zuganges zur Thematik provoziert und zur Diskussion aufruft. Der Verfasser greift in seinem Unternehmen auf eine Vielzahl zeitgenössischer wie auch aktueller Literatur zurück, die dem Leser einen guten Überblick über die verschiedenen, angesprochenen Thematiken bieten. Gekonnt verknüpft Stützle analytisch die supranationale, intergouvernementale und staatliche wie gesellschaftliche Ebene und zeichnet ein detailliertes, orientierungsgebendes Bild der Geschehnisse. Einzig negativ fällt auf, dass es keinen Index für Namen und Organisationen gibt. Für die Qualität wie Brisanz des Buches spricht, dass es 2013 mit dem Jörg Huffschmid-Preis ausgezeichnet wurde, der alle zwei Jahre unter anderem durch Attac vergeben wird.«

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Ein Kommentar

  1. Alexander
    Am 10. Februar 2014 um 23:09 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Hey, ich fand diese Besprechung allerdings eher schwach. Nicht nur, dass sie Fehler enthält („Jürg“ statt Jörg im Original) und sich allerhand Stilblüten erlaubt („wissenschaftstheoretische Theorie“n (!) oder auch „gekonnt verknüpft Stützle“ erscheint der Beitrag so, als äußert sich da jemand, der überhaupt keine Ahnung von Politischer Ökonomie hat, das aber dann unter einem vermeintlichen Deckmantel Politikwissenschaft so auslegt, als wäre das ein Problem des Fachs und weniger des Rezensenten. Last not least wird der Eindruck erweckt, dass du mit dem Buch eher einen guten zeitlichen Schuss abgeliefert hast, gleichsam, als wäre die Arbeit an einer solchen Diss nicht ein Projekt mehrerer Jahren UND mehrer kapitalistischer Krisen. Insgesamt gibt auch das Fazit dann wieder Auskunft darüber, wie handzahm die „deutsche“ Politikwissenschaft überhaupt mit dem Thema marxistische Krisentheorie – zu denen ja Austeritätsdiskurse nur EINEN Teil darstellen, abliefern. Ein solche Rezension ist dann auch noch Doktorandenniveau, also ich weiß nicht…

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