ArchiveMärz 2009

State of (the) crisis

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Im Zuge der gegenwärtigen Finanz- und Weltwirtschaftskrise feiert der Staat ein ungeahntes Comeback. Er soll Vertrauen schaffen, Konjunkturpäckchen schnüren und sich dennoch zurück halten. Ein Widerspruch? Und: War der Staat eigentlich je verschwunden? Aus einer staats- und kapitalismuskritischen Perspektive soll der Ausgangspunkt der gegenwärtige Krise, deren Verlauf und mögliche Folgen beleuchtet werden. Der Vortrag soll dabei die Bedingungen linker Politik umreißen und den Raum für eine gemeinsame Diskussion über Perspektiven und Strategien öffnen.
Tagesseminar, 4. April 2009, 11-18 Uhr, Haus der Demokratie und Menschenrechte, Greifswalder Str. 4, 10405 Berlin, Raum 0106

Neue Biographie zu Friedrich Engels

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In Engels fand Marx nicht nur einen besten Freund, sondern auch einen Diskussionspartner und Unternehmer, den man die den Alltag des Kapitals befragen konnte. Nicht zuletzt Engels aber auch Marx’ Arbeit am Kapital. Aber Engels war weit mehr als nur ein marxsches Anhängsel. Ein Auszug aus der neuen Biographie von Tristram Hunt ist jetzt online. Das Buch erscheint im Mai bei penguin.

Dietmar Dath zur Krise

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Dem aktuellen SZ-Magazin diktiert der Schriftsteller Dietmar Dath: »Mir macht die Krise Angst: Wenn man Ratten in einen Käfig sperrt und dann das Bodengitter mit Krisenspannung elektrisiert, fangen sie an, einander totzubeißen. Die Frau an der Supermarktkasse ist noch besoffener als sonst. Mit Recht. Und das größte Rätsel ist, warum es immer noch erwachsene Menschen gibt, die den Kommunismus ablehnen.«

Althusser und die Wertform

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Jannis Milios hat sich in einem Aufsatz an das gern umschiffte Verhältnis von Althusser und Marx’ Analyse der Wertform gewagt:
»Rethinking Marx’s Value-Form Analysis from an Althusserian Perspective«, in: Rethinking Marxism, 21.Jg., H.2 (April), 260-274. (als pdf-Datei)
Bekanntermaßen war in Althussers Augen der Anfang des Kapitals nichts anderes als ein hegelianischer Rest, den man besser überblättern sollte. Ganz anders die Tradition des sog. monetären Werttheorie, für die die Begründung des Geldes als konstitutives Moment der kapitalistischen Produktionsweise zentral ist.
By the way: Karl Marx and the Classics von John Milios, Dimitri Dimoulis und George Economakis ist auch online als pdf-Datei zu haben – ein sehr gutes, aber eigentlich unbezahlbares Buch.

Marx’ “Resultate des unmittelbaren Produktionsprozesses”

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Endlich wieder bezahlbar: Marx’ Resultate des unmittelbaren Produktionsprozesses. Wer sich den MEGA-Band nicht leisten kann und die Ausgabe im Verlag Neue Kritik in keinem Antiquariat mehr findet, hat nun die Möglichkeit, die Resultate des unmittelbaren Produktionsprozesses, das zu Marx Lebzeiten nicht veröffentlichte Abschlusskapitel zum ersten Band des Kapitals, in einer neu editierten Fassung im Dietz-Verlag Berlin zu erwerben – auf dem neusten Stand der Forschung.
Karl Marx: Resultate des unmittelbaren Produktionsprozesses

Mehr als ein Zampano – Frankreich, die NATO und der passende Moment

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Nur wenige Wochen vor dem Jubiläumsgipfel der NATO gab der französische Präsident Nicolas Sarkozy bekannt, dass Frankreich nach über 40 Jahren wieder in die Kommandostruktur der NATO zurückkehren werde. Nicht nur die Kommentatorspalten der Tageszeitungen waren von Erstaunen geprägt. Wer nicht erstaunt war, schrieb diesen politischen Schritt dem Charakter Sarkozys zu, dem geltungssüchtigen Zampano. Dabei ist dieser Schritt weit weniger verwunderlich, als der Zeitpunkt, den Sarkozy gewählt hat – eben nicht nur vor dem NATO-Gipfel, sondern zudem wenige Tage vor dem G20-Gipfel in London.

Hast du mal ‘ne Mark? Der Euro und die Finanzkrise

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Zehn Jahre nach der Einführung des Euro wird nicht nur über ein mögliches Ende des einheitlichen Währungsraums spekuliert. Selbst ein möglicher Bankrott von EU-Staaten wird nicht mehr ausgeschlossen. Dabei ist offen, wie sich die Finanzkrise auf den Euro und den europäischen Integrationsprozess insgesamt auswirken wird. Klar ist jedoch: Die Auswirkungen werden beträchtlich und Deutschlands europapolitische Entscheidungen von zentraler Bedeutung sein.
1985 wurde die Einheitliche Europäische Akte (EEA) auf den Weg gebracht. Ziel war die Herstellung eines einheitlichen Binnenmarktes und die völlige Deregulierung des Kapitalverkehrs. Vor allem Länder mit einer schwächeren Währung – dazu gehörte Frankreich – hatten bis dahin immer wieder in den Devisenmarkt eingegriffen.

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