Archive19. Februar 2009

Linke Krise. Eine Geschichte von klasse K[r]ämpfen

L

Genosse Olaf Bernau kritisierte im letzten ak, dass die Krisenanalyse “ökonomistisch imprägniert” sei und die neoliberale Epoche “primär im Horizont einer bis heute andauernden Verwertungskrise des Kapitals rekonstruiert (werde) – ohne substanzielle Einbettung in gesamtgesellschaftliche Kräfteverhältnisse geschweige denn soziale Kämpfe”. Damit drohe bei der Analyse ein schiefes Gesamtbild, da der Neoliberalismus nicht als ein “eingefädeltes” (sic!) und zugleich “politisch umkämpftes Projekt” thematisiert werde. Die Fokussierung auf subalterne Kämpfe macht jedoch blind für die Herausforderungen linker Politik.

Keynes vor seinen Liebhabern schützen

K

Seit Wochen wird Keynes gewürdigt und diskutiert – mehr unwillig als interessiert. Oft wird nicht verstanden, was das eigentlich Radikale an seiner Theorie ist. Keynes steht im Alltagsverstand für Schulden finanzierte Staatsausgaben und niedrige Zinsen. Selbst die FAZ wird ab heute regelmäßig Teile seiner BBC-Ansprachen als Fortsetzungsroman [sic!] bringen – im Feuilleton versteht sich. Da kann er seine Geschichten zum Besten geben. Im Wirtschaftsteil werden dann die “hard facts” verhandelt. Da kommt man schon in die Versuchung, Keynes vor seinen eigenen Liebhabern schützen zu wollen.

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